Teilen
Merken
Drucken
GPX
KML
Tour hierher planen
Einbetten
Fitness
Wanderungen

Wallmauerweg

Wanderungen • Schwarzwald
outdooractive.com User
Verantwortlich für diesen Inhalt
Hubert Mutter 
  • Wallmauer
    / Wallmauer
    Foto: System
  • Schild Wallmauer
    / Schild Wallmauer
    Foto: Hubert Mutter, Community
  • Schild Klingenfelsen
    / Schild Klingenfelsen
    Foto: Hubert Mutter, Community
  • Wallmauer mit Schanze
    / Wallmauer mit Schanze
    Foto: Hubert Mutter, Community
  • Granitwitterung mit Wollsäcken und Granitgrus
    / Granitwitterung mit Wollsäcken und Granitgrus
    Foto: Hubert Mutter, Community
  • Kohlenmeiler als Balkenmeiler
    / Kohlenmeiler als Balkenmeiler
    Foto: Hubert Mutter, Community
Karte / Wallmauerweg
450 600 750 900 1050 m km 1 2 3 4 5 6 7

Wanderung über den Pirschweg entlang der teilweise sichtbaren hystorischen Wallmauer zum Klingenfelsen und zurück.

Die Wallmauer ist ein Teil des Landhags

leicht
9,7 km
2:50 h
291 hm
209 hm
Bei der Wallmauer zwischen Wehr und Rickenbach im Südschwarzwald handelt es sich um eine meist deutlich sichtbare Wehrmauer, die sich über mehrere Kilometer den gesamten Abhang von unterhalb Rüttehof bis Jungholz entlang zieht. Bei dem Wall handelt es sich um eine ohne Mörtel errichtete Trockenmauer mit Graben, die im Mittelalter und der früheren Neuzeit die Bewohner des Hotzenwalds gegen feindliche Einfälle von Westen schützen sollte und Teil eines den ganzen Südrand des Hotzenwalds umfassenden Verteidigungssystems war, das man auch Landhag nennt. Besondere Bedeutung besaß diese Befestigungslinie einst in den Kriegen zwischen Frankreich und Österreich im 17. und 18. Jahrhundert. Die Wallmauer kann man über den Pirschweg von Rüttehof, Hütten oder Bergalingen aus besuchen.

Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höhenlage
898 m
748 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegbeschreibung

Wallmauerweg

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz an der Landesstraße 155 von Bergalingen Richtung Wehr, den wir vom Ortsausgang nach ca. 600 m im ersten Waldgebiet an der rechten Seite der Straße erreichen.Am Parkplatz steht eine Orientierungstafel, auf welcher der Wegverlauf und einige markante Punkte eingetragen sind.Direkt am Parkplatz ist die Verwitterungsdecke des Albtalgranites in einem schon von der Straße einsehbaren Anschnitt freigelegt. Die Grube wurde zum Teil wieder verfüllt, aber im oberen Bereich ist ein fortgeschrittenes Stadium der Granitverwitterung frei geblieben, welches insbesondere am Straßenrand noch sichtbar ist. Vom ehemals harten Gestein ist nur noch leicht lösbares, sandiges Material übrig, in dem einige gerundete Blöcke - die für die Granitverwitterung so charakteristischen „Wollsäcke" - eingelagert sind. Sie besitzen noch die ursprüngliche Festigkeit des Ausgangsmaterials. An ihrer schaligen Absonderung ist abzulesen, dass auch sie bald zu losem Granitgrus zerfallen werden. Hier wurde für Bauzwecke „Berglesand" gewonnen, d.h. zu grusigem Sand verwitterter Albtalgranit.Weitere solche Wollsackgebiete, zum Teil ebenfalls erheblich ausgewaschen, finden wir im Gewann Hängele sowie im oberen Murgtal bei Hottingen, am Altbach bei Glashütten und im oberen Seelbachtal. Die wohl größte zusammenhängende Blockschutthalde liegt im Schöpfebachtal von der Egger Säge bis hinunter zum Bergsee bei Bad Säckingen. Hier finden wir in unmittelbarer Nähe eine ähnliche Felsformation wie den Solfelsen. Diese ist mit „Jungholzer Felsen" bezeichnet.Der frische Albtalgranit ist ein massiges, im allgemeinen ungeregeltes Gestein, das sich aus weißlichen und rötlich-weißlichen Feldspäten, glasigem Quarz und dunklem Glimmer (Biotit) zusammensetzt. Charakteristisch für den Albtalgranit sind die bis ca. 10 cm großen Kalifeldspäte, die in einer mittel- bis grobkörnigen Grundmasse aus den genannten Bestandteilen „schwimmen" ( Bild 1, Seite 8).Der Weg beginnt am Parkplatz. Wir gehen zunächst ein kurzes Stück den Weg abwärts und treffen auf den „Pirschweg", dem wir nach rechts folgen. Bald biegt er als schmaler Pfad nach links von dem breiteren Waldweg ab. Er verläuft ohne nennenswerte Höhendifferenzen am Abhang des Wehratales entlang in nördlicher Richtung. Granitverwitterung mit Wollsäcken und GranitgrusZu Beginn befinden wir uns im Bereich des massigen Alb-talgranits. Die sogenannten „Wollsäcke" sind rechts und links des Weges zu sehen. Bald danach durchqueren wir ein Gebiet, in dem scherbige Lesesteine und Felsbrocken aus plattigem, z.T. auch gefaltetem Gneis zu finden sind.Der Pirschweg verläuft im wesentlichen parallel zu der hier zum Teil noch sehr gut erhaltenen Wallmauer (3), die stellenweise unmittelbar oberhalb des Weges zu sehen ist. Sie besteht aus einer Trockenmauer, d.h. sie ist ohne Mörtel errichtet, mit einem Graben dahinter. Sie lässt sich mit kleineren Unterbrechungen (durch meist neuzeitliche Störungen) über eine Länge von ca. 4 km verfolgen. Die Anfänge dieser Befestigungsanlage gehen etwa auf die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück.Etwa 1 km nach dem Anfangspunkt der Wanderung durchquert der Weg die Wallmauer und zwar genau an einem der schanzenartigen Vorsprünge, an denen vielleicht Wächter oder Beobachter postiert waren.

Nach weiteren 200 m, jetzt wieder im Bereich des Albtalgranites, treten wir unvermittelt aus dem Wald heraus (Trasse der Hochspannungsleitung) und können auf einer Bank den herrlichen Ausblick genießen: Rechts vorne ein Teil von Wehr, links Öflingen an das sich Brennet anschließt, dann das Rheintal zwischen den Ausläufern des Schweizer Jura und dem Dinkelberg.Die bereits beim „Solfelsenweg" beschriebene Verwerfungszone („Bruchzone von Wehr") ist hier besonders gut sichtbar. Unter den Muschelkalkschichten, aus denen der Dinkelberg aufgebaut ist, befindet sich das gleiche Grundgebirge, das hier oben an der Oberfläche ansteht, aber ca. 750 m tief abgesenkt.Um uns herum gedeiht überall prächtig der Rote Fingerhut. Er ist eine wichtige Heilpflanze. Wallmauer mit SchanzeAuf der Fortsetzung unserer Wanderung können wir die Wallmauer jetzt unterhalb des Weges etwa parallel verlaufend verfolgen. Gut 500 m nach der Hochspannungsleitung überqueren wir sie erneut, an einer Stelle, an der helle, fein- bis mittelkörnige granitische Gesteine auftreten, die entlang von Rissen als sogenannte Gänge den Albtalgranit durchdrungen haben. Ein kleines Rinnsal (Trifligsgraben) überquert hier unseren Weg. Die Wallmauer ist nun schwer zu erkennen, aber anschließend können wir sie im Hochwald rechts oben noch eine Zeitlang gut verfolgen, bis sie sich in den auffallenden Felsengruppen unseren Blicken entzieht.Sowohl vor diesem Graben als auch kurz danach lassen sich gelegentlich Gneisvorkommen finden, teilweise nur als kleine scherbige Lesesteine, manchmal auch als größere Felsbrocken mit deutlichem Parallelgefüge.Nun ist es nicht mehr weit bis zu der Wegkreuzung oberhalb des „Klingenfelsens" (820 m). Diese Felsnadel aus Albtalgranit unter uns im Wald (dahinter das Zentrum der Stadt Wehr) lässt sich bequem von der hier aufgestellten Bank aus betrachten.Der Name geht nicht auf die Form einer Klinge zurück, sondern auf die Familie von Klingen, die im 13. Jahrhundert die Herrschaft von Wehr innehatte, zu der damals auch Hütten und Rüttehof gehörten. Auch das 1256 in Wehr gegründete und später nach Basel verlegte Kloster Klingental trug diesen Namen.Bei dem feinkörnigeren, bräunlichen bzw. kupferfarbig verwitterten Gesteinmassiv oberhalb des Klingenfelsens handelt es sich um einen Aplitgranit (ähnlich wie am Solfelsen), der sich bis ca. 200 m westlich Gewann Heue hinzieht (Großer Stein).

Während der Pirschweg nun Richtung Rüttehof weitergeht, folgen wir nach rechts dem Wanderpfad nach Hütten, der schon nach wenigen Schritten bergauf in einen breit ausgebauten Waldweg übergeht. Links unten hört man ein Bächlein (Quellbach zum Klingengraben) gurgeln, dem der Weg bergauf folgt. Hier sehen wir deutlich die Verwitterungsdecke des Albtalgranites am Bachufer anstehen. An einer Pumpstation der Wasserversorgung und an einer Transformatorenstation vorbei gehen wir bis zum Waldrand.Hier öffnet sich der Blick und man sieht links den Segelflugplatz von Hütten liegen, während der Ort selbst hinter dem Hügel rechts verborgen bleibt.Wir sind nun am Wendepunkt unseres Weges angelangt und gehen nach Süden, am Waldrand entlang. An der Wegkreuzung gibt es zwei Möglichkeiten:

a) LangrüttewegWir biegen nach rechts ab und gehen nach ca. 80 m auf dem ebenen Weg nach Süden weiter. Nach ca. 900 m, in denen dieser bequeme Waldweg nahezu horizontal verläuft (seitlich sind oft ehemalige Köhlerplätze (2) zu sehen), kann man durch den lichten Wald rechts unterhalb in einiger Entfernung eine Drachenflieger-Absprungrampe sehen: Ebenso wie der Segelflugplatz ein sicheres Zeichen dafür, dass der nach Westen geneigte Steilabhang ins Wehratal oft kräftige Aufwinde entstehen lässt. Kohlenmeiler als Balkenmeiler ausgebildetAuch hier treffen wir wieder auf die typischen „Wollsäcke". Der Weg steigt nun etwas an, unterquert die Hochspannungsleitung und tritt aus dem Wald heraus. Wir folgen dem breiteren Weg nicht weiter, der hier eine scharfe Linkskurve macht, sondern gehen in südöstlicher Richtung weiter, zunächst am Waldrand entlang und dann zwischen den Wiesen bzw. Feldern hindurch.

Hier erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung (ca. 860 m) im Gewann „Heue", mit einem Ausblick auf einen Teil der Hochfläche des vorderen Hotzenwaldes, die leicht nach Süden geneigt ist und über der man bei klarem Himmel die Schweizer Alpenkette sehen kann.Wo unser Wiesenweg auf einen befestigten Feldweg trifft halten wir uns rechts, bergab, und wieder in den Wald hinein. Nach gut 100 m macht der Weg eine Linkskurve. Nun kann man wieder verschiedene Köhlerplätze (2) sowie rechts unterhalb im Wald die Wallmauer (3) erkennen, die ungefähr parallel zu unserem Weg verläuft.Nach weiteren 300 m geht der Waldweg in einen schmalen Pfad über, der uns ca. 50 m bergab und genau durch zwei Köhlerplätze hindurch führt. Der Weg ist nun schon wieder breiter und steigt dann ein kurzes Stück steil an. Hier liegt rechts unter uns eine interessante Felsformation aus Albtalgranit, der „Redoutenkopf", ( Bild Rückseite) der wie der Solfelsen zu den geschützten Naturdenkmalen der Gemeinde Rickenbach gehört. Namensgeber war sicher das Befestigungswerk der Wallmauer in welche diese Felsgruppe eingebunden war (Redoute = geschlossene Viereckschanze).Sobald wir den Hügel überquert haben, gelangen wir in einen ehemaligen Steinbruch, der zum Teil wieder verfüllt und aufgeforstet ist. Hier wurden noch vor wenigen Jahren Steine gebrochen zur Herstellung von Straßenbordsteinen, Grabsteinen und Treppenstufen sowie Mauersteinen für den Bedarf der hiesigen Bevölkerung.Die Wand zeigt noch einmal die Wollsackverwitterung. Die Steinbruchsohle ist übersät mit den unterschiedlichsten Albtalgranitblöcken, oft auch mit dunklen, rundlichen Einschlüssen: Hierbei handelt es sich z.T. um Tiefengesteine, die der Granit bei seinem Aufstieg mitgenommen hat, z.T. auch um Randgesteine, die vom eindringenden Granitmagma nicht vollständig resorbiert wurden, d.h. die Hitze und der Druck der Granitschmelze reichten nicht aus, diese Gesteine vollständig aufzulösen und dem Magma einzuverleiben (Bild 3, Seite 10). Daneben finden sich Felsen mit besonders großen Kalifeldspäten, die zum Teil auch eingeregelt sind. Ein Block zeigt die für Bewegungsbahnen charakteristischen Rutschstreifen, genannt Harnische (4).

Von dem Steinbruch aus sind es nun noch gut 200 m, bis wir wieder am Ausgangsparkplatz angelangt sind.Direkt unterhalb der Landesstraße können wir im Wald eine Redoute der Wallmauer noch deutlich sehen und den Verlauf der Befestigungsanlage verfolgen. Sie schloss den Zieggraben gegen das Tal ab.b) BifangwegWir folgen dem Feld-/ Waldweg nach Süden mit der Markierung Nr.3. Am Ende des Waldes erreichen wir auf der rechten Seite den „Großen Stein", ein ebenfalls gerundeter Granitfelsen, der aber nicht vollständig herausgewittert ist. Über seine Mächtigkeit kann man nur Vermutungen anstellen. Er ist ebenfalls eines der Naturdenkmale unserer Gemeinde.Auf dem ganzen Gelände können wir rundliche Felsköpfe, sogenannte Blößlinge sehen, welche die Arbeit der Landwirte erschweren.Wir folgen dem Weg nach links und gehen auf der geteerten Straße nach rechts (Süd), an der nächsten Einmündung wieder nach links bis zum Waldrand, dort nach rechts = Südosten. Links unseres Weges lassen wir den Sportplatz liegen und erreichen im nächsten Wäldchen, dem „Kirch-grubenholz", jene Sandsteingruben, aus denen unter anderem die Bausteine für die Pfarrkirche in Rickenbach gewonnen wurden. Die Abbaugruben sind teilweise noch deutlich sichtbar, obwohl des Gelände teilweise verfüllt und aufgeforstet ist.Ein mächtiges Hochkreuz aus dem dort gewonnenen Sandstein ziert unseren Weg. Der aufmerksame Beobachter möge die hervorragende Steinmetzarbeit bewundern und die Symbolik erkennen!Wir gehen weiter nach Süden und verlassen an der dritten Einmündung die geteerte Straße nach Westen, um dem Wanderweg 2 zu folgen. Im westlich gelegenen Tal sind Quellen für die Trinkwasserversorgung der Stadt Wehr gefaßt. Bald treffen wir wieder auf die Landesstraße und sehen vor uns den Ausgangsparkplatz.

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Community

 Kommentar
 Aktuelle Bedingung
Veröffentlichen
  Zurück zur Eingabe
Punkt auf Karte setzen
(Klick auf Karte)
oder
Tipp:
Der Punkt ist direkt auf der Karte verschiebbar
Löschen X
Bearbeiten
Abbrechen X
Bearbeiten
Punkt auf Karte ändern
Videos
*Pflichtfeld
Veröffentlichen
Bitte einen Titel eingeben.
Bitte gib einen Beschreibungstext ein.
Schwierigkeit
leicht
Strecke
9,7 km
Dauer
2:50 h
Aufstieg
291 hm
Abstieg
209 hm

Statistik

: h
 km
 Hm
 Hm
Höchster Punkt
 Hm
Tiefster Punkt
 Hm
Höhenprofil anzeigen Höhenprofil verbergen
Verschiebe die Pfeile, um den Ausschnitt zu ändern.