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Wanderungen

Solfelsenweg

· 1 Bewertung · Wanderungen · Schwarzwald
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Hubert Mutter 
  • Solfelsen
    / Solfelsen
    Foto: Hubert Mutter, Community
  • Dunkler Einfluss im Albtalgranit
    / Dunkler Einfluss im Albtalgranit
    Foto: Hubert Mutter, Community
  • Kontakt Aplit Albtalgranit
    / Kontakt Aplit Albtalgranit
    Foto: Hubert Mutter, Community
  • Kalifeldsparsprenglinge im Albtalgranit
    / Kalifeldsparsprenglinge im Albtalgranit
    Foto: Hubert Mutter, Community
Karte / Solfelsenweg
450 600 750 900 1050 m km 0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5

Heimat- und Naturlehrpfade, Solfelsenweg

Abwechslungsreiche Rundwanderung im vorderen Hotzenwald mit großartiger Aussicht und viel Abwechslung.  Der Solfelsen ist ein seit 1950 registriertes Naturdenkmal. Der mit einer Höhe von 5.4 Metern und einer Masse von 230 Tonnen frei liegende Stein ist kein eiszeitlicher Findling, sondern entstand durch einen lange anhaltenden Verwitterungsvorgang.

leicht
5,1 km
1:39 h
196 hm
196 hm

SOLFELSENWEG

Der Hotzenwald, der südlichste Teil des Schwarzwaldes zwischen den Tälem der Wehra und der Alb, ist aus großen Granitmassen hohen Alters (variszisch, um 325 Millionen Jahre) aufgebaut, in die verschiedenartige, ältere Gneise (vermutlich um 900 Millionen Jahre alt) eingedrungen oder intrudiert sind. Beide Gesteinsgruppen wurden außerdem noch von jüngeren Ganggesteinen (um 310 Millionen Jahre alt), z.B. Aplitgraniten; durchschlagen. Spuren von Oberrotliegendem aus dem Perm wurden in bescheidenem Umfang gefunden, so unter anderem in der Baugrube des Fernsehsenders bei Bergalingen und im Aushub des Eggbergbeckens.Bescheidene, randlich stark verwitterte Auflagen von Buntsandstein sind heute noch als Erosionsreste vorhanden: Südlich von Hottingen im Hännemer Wald und vom Eggberg bis Schweikhof reichen die zwei großen zusammenhängenden Sandsteindecken.

Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
802 m
Tiefster Punkt
606 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Start

Parkplatz Spatzenhof L155 (801 m)
Koordinaten:
Geographisch
47.607016, 7.948232
UTM
32T 420949 5273159

Ziel

Parkplatz Spatzenhof L155

Wegbeschreibung

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz an der Landesstraße 155 von Bergalingen nach Wehr (Höhe ca. 800 m über NN), welchen wir ca. 400 m nach dem Ortsausgang an der Südseite der Straße erreichen. Auf dem Parkplatz steht eine Orientierungstafel, auf welcher der Verlauf des Wanderweges und markante Punkte eingetragen sind. In unmittelbarer Nähe sehen wir den 180 m hohen Sendeturm der Telekom. Wir folgen dem leicht fallenden Weg in südwestliche Richtung. Nach ca. 300 m verlassen wir dieses Sträßchen wieder und folgen dem links abzweigenden Feldweg in Richtung Jungholz. Wiederum nach 300 m biegen wir nach der Weide scharf rechts ab, um kurz danach den nach links am Waldrand entlangführenden Weg zum „Solfelsen" einzuschlagen. Der Pfad führt uns direkt an die imposanten Block- und Felsformationen des Solfelsengebietes, welches aus Albtalgranit aufgebaut ist. Etwas oberhalb finden wir auf einer Hinweistafel Angaben über Höhe, Gewicht und Volumen des größten Felsens. Er wird Solfelsen oder Pelzkappenstein genannt (ca. 780 m über NN). Eine Ruhebank mit Tisch lädt zur Pause ein. Doch zurück zum Haufwerk von Granitblöcken am Solfelsen: Seine Entstehung ist auf Verwitterungsvorgänge zurückzuführen. Er wurde an Ort und Stelle (insitu) herauspräpariert durch Wegwaschung des Gruses und nicht, wie man vielleicht vermuten möchte, von Gletschern während der Eiszeit hierher verfrachtet. Interessant ist noch ein Aplitgranit direkt unterhalb des Solfelsens, den man über einige Meter verfolgen kann, und der damit den Zusammenhang der Felsengruppe belegt. Dieser ist auch an anderen Stellen in der Umgebung zu beobachten.  Beinahe wäre der Solfelsen wie so viele andere Gesteinsvorkommen zu Bahnschotter verarbeitet worden, wenn nicht im Jahre 1895 der Kaufmann P. Streicher von Stein gegenüber Bad Säckingen das Grundstück erworben und so den Abbau verhindert hätte. Seit 1917 ist das Gelände im Besitz des Schwarzwaldvereines Bad Säckingen. 1950 wurde der Solfelsen zum Naturdenkmal erklärt.Von einem unmittelbar daneben liegenden Felsvorsprung aus weitet sich der Ausblick in Richtung Westen und auf die Stadt Wehr, dahinter steht das südschwarzwälder Kristallin an. Der enorme Höhenunterschied von über 400 m, dem diese Aussicht zu verdanken ist, beruht auf tektonischen Vorgängen: Der steile Abhang zwischen unserem Standpunkt und dem Wehratal, die „Bruchzone von Wehr", wird von vielen einzelnen, vorwiegend nord-süd verlaufenden Verwerfungen zerschnitten, deren Versetzungsbeträge zusammengenommen den stattlichen Betrag von ca. 750 m ergeben (Höhendifferenz der Auflagerungsfläche des Buntsandsteins auf dem Grundgebirge am Sendeturm bei Bergalingen und der errechneten Grundgebirgsoberfläche unter dem Wehratalboden bei Öflingen). Die einzelnen Bruchschollen weisen unterschiedliche Senkungsbeträge auf. Dies lässt sich damit belegen, dass Ablagerungen unterschiedlicher Zeiträume heute etwa auf gleichhohem Niveau liegen. So findet man Rotliegendes (ca. 280 Millionen Jahre) neben Muschelkalk (ca. 230 Millionen Jahre), Keuper (ca. 215 Millionen Jahre) und Jurakalken (180 Millionen Jahre).Die Bruchzone von Wehr ist alt angelegt, d.h. sie war mindestens schon vor dem Rotliegenden aktiv. Sie ist im Tertiär(vor ca. 50 bis 15 Millionen Jahren), wohl im Zusammenhang mit der Auffaltung der Alpen und der Absenkung des Oberrheingrabens, erneut aktiv geworden.Der erhebliche Versatz von rund 750 m hat sich durch Verschiebungen in der Größenordnung von Zentimetern, die von Erdbeben angezeigt wurden, aufsummiert. Seltene und auch schwache Erdbeben unserer Zeit könnten als Hinweis dafür angesehen werden, dass die Bewegungen an der Wehratalstörungszone nicht völlig abgeklungen sind.Von der Bank haben wir auch einen hervorragenden Blick auf das Hochrheintal. Hinter Rheinfelden sind Vororte des 25 km entfernten Basel zu erkennen sowie der Sendeturm von St. Chrischona. Links des Rheins der Schweizer-, dahinter der französische Jura, rechts der überwiegend aus Muschelkalk aufgebaute Dinkelberg (der Name geht zurück auf Dinkel, eine ursprünglich in ganz Europa verbreitete, weizenähnliche Getreideart) mit seinen Karsterscheinungen wie Dolinen und Höhlensystemen. Hier sei auf die Erdmannshöhle bei Hasel verwiesen, ein lohnenswertes Ausflugsziel.Der Dinkelberg, wie auch das nördlich anschließende „Weitenauer Bergland", von den Geologen als „Schopfheimer Bucht" bezeichnet, haben die tektonische Heraushebung des Schwarzwaldes nur in geringem Maße mitgemacht. Dadurch konnten sich hier Teile des jüngeren Deckgebirges vom Rotliegenden (280 Millionen Jahre) bis zum Jura (180 Millionen Jahre) erhalten.Im Bereich des Solfelsens haben sich Reste eines Eichen-Schälwaldes (1) erhalten. In diesem Schälwald wurden Eichen zur Gewinnung von Gerbstoff (Eichenlohe) herangezogen. Die Eichen wurden dafür armdick abgeschlagen, die Rinde geklopft und mit sogenannten Lohlöffeln abgeschält. Aus der dann getrockneten Eichenrinde wurde die Gerbsäure ausgelöst.Vom Solfelsen geht es zunächst wieder den gleichen Weg zum Waldrand zurück und dann nach links einen kleinen Hohlweg etwa in westlicher Richtung hinunter, bis sich oberhalb des „Spatzenhofes" wieder ein großartiger Blick überdas Rheintal eröffnet, der sich hier auf einer vom Schwarzwaldverein aufgestellten Bank bequem im Sitzen genießenlässt. Der Weg führt uns anschließend weiter talwärts, am Spatzenhof vorbei, die geteerte Straße überquerend, und dann in Richtung Wehr in den Wald hinein. Nach ca. 150 m biegt ein horizontal verlaufender Weg scharf links ab, dem unser Hauptweg folgt.(An dieser Abzweigung besteht jedoch auch die Möglichkeit, geradeaus weiterzugehen und einen großen Teil des Rundweges abzukürzen. Wie ein Blick auf die Übersichtskarte zeigt, erreicht man nach ca. 300 m an einer Kreuzung im Wald wiederum den beschriebenen Hauptweg.)Kalifeldspateinsprenglinge im AlbtalgranitIm Waldhang findet man hier überall die herausgewitterten Granitblöcke. An einigen sind die bis zu 10 cm großen Kalifeldspatkristalle durch Absanden herauspräpariert. Am Wegesrand wachsen im Hainbuchenwald einige Exemplare der Stechpalme, „Ilex aquifolium", die auch unter dem Namen Stecheiche oder vielen anderen Namen bekannt ist. Sie gehört zu den besonders geschützten Pflanzenarten. Die korallenroten, giftigen Früchte reifen erst sehr spät.Der Hauptweg verläuft etwa 300 m horizontal, bevor er auf die geteerte Straße nach Günnenbach einmündet. Wir folgen ihr bis kurz vor die Hochspannungsleitungen talwärts und biegen - einem Waldweg folgend - rechts ab, zunächst noch fast parallel zur Fahrstraße, dann aber nach einer Rechtskurve in Richtung Wehratal hinunter. Kontakt Aplit/AlbtalgranitAm Rande des zum Teil hohlwegartigen Weges fallen dem aufmerksamen Beobachter neben den Granitbruchstücken braun verwitterte, plattige Gneisbruchstücke auf welche belegen, dass wir uns jetzt im Gneisrahmen des Albtalgranits befinden, der teilweise von Granitmaterial bedeckt ist.Nach einiger Zeit erreichen wir den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden und mit einem orangefarbenen Quadrat ausgeschilderten Wanderweg (Günnenbach - Wehr), dem wir nun nach rechts (in nördlicher Richtung) folgen, bis nach ca. 100 m links ein kleiner Fußweg zum „Kellerlesfelsen" abbiegt. Eine Bank mit weitem Rundblick bietet hier Gelegenheit zur Rast.Diese Felsengruppe ist sicher nicht so markant wie der Sol-felsen, der Ausblick auf das Wehratal, das Rheintal und den Dinkelberg dahinter lohnt den kurzen Abstecher jedoch auf alle Fälle. Außerdem ist die Felsengruppe ebenfalls von geologischem Interesse: Der Kellerlesfelsen, auch von Albtalgranit aufgebaut, ragt inselartig aus dem umgebenden Gneis heraus. Der Granit leistet der Verwitterung heftigeren Widerstand als der Gneis, den man hier nur in Lesesteinen nachweisen kann.Dunkler Einschluß im AlbtalgranitDer Albtalgranit besitzt hier ein deutliches Regelungsgefüge (parallele von Biotit, d.h. dunklem Glimmer, und Kalifeldspat-Großkristallen), welches vielleicht durch Bewegungen unter hohem Druck und erhöhter Temperatur entstanden ist.Unser Weg, der uns zunächst zurück auf den ausgeschilderten Wanderweg und dann weiter in nördlicher Richtung führt, durchquert nach ca. 250 m einen der früheren Köhlerplätze (2), wie man sie in dieser Gegend sehr häufig finden kann: an den Oberflächen meist nur noch erkennbar als künstlich angelegte, ebene Fläche im Hang.Seitlich unseres Weges sind auch immer wieder große Granitblöcke anzutreffen. Am Sitihaslengraben sind diese rechts vom Weg zu einem größeren Blockmeer „ausgespült", d.h. der zwischen den Blöcken verwitterte Sand ist zum großen Teil weggewaschen worden. Hier wächst neben dem Waldmeister auch wieder das Große Springkraut. Etwas oberhalb des Blockmeeres ist noch ein Rest der Wallmauer erhalten. Hierbei handelt es sich um eine mehrere Kilometer lange Wehranlage (die Anfänge gehen ins Mittelalter zurück), die den Vorwald nach Westen abschirmte.Wir folgen dem Weg den Berg hinauf auf den Grat und biegen dann rechts ab auf den rot ausgeschilderten Wanderweg. Es geht jetzt steil hinauf, rechts unter uns das Blockmeer des Sitihaslengrabens. Wir stoßen bald auf den Weg, der weiter oben als Abkürzungsweg vom Spatzenhof herkommend beschrieben ist. Hier biegen wir links ab und erreichen die Waldwiese, an der wir rechts abbiegen.In der vor uns liegenden Wiese fließt der Eisenbach (in der Fortsetzung heißt er Zieggraben), dessen Bett übersät ist mit herausgewitterten Kalifeldspatkristallen, ein Hinweis auf den im Untergrund anstehenden Albtalgranit.Diese Wiese ist ein bedeutender Orchideenstandort. Alljährlich blühen hier im Mai/Juni viele Knabenkrautarten.An der Wegekreuzung haben wir noch einmal einen imposanten Ausblick auf das Hochrheintal. Hier biegen wir nach Osten (rechts) ab, folgen dem Wirtschaftsweg ( Hier befinden sich Tafeln mit bei uns häufig vorkommenden Vogelarten sowie ein Vogelbiotop. Wir verweisen auch auf den "Vogellehrpfad" in der Gemeinde Görwihl) bis zum geteerten Spatzenhofweg, diesen gehen wir nach links aufwärts, um nach einem gleichmäßigen Anstieg nach ca. 10 Minuten wieder unseren Ausgangspunkt zu erreichen.

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad


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Bewertungen

5,0
(1)
Ledda Salazar
23.06.2019 · Community
Eine sehr schöne Wanderung! Wir haben den Weg abgekürzt und trotzdem schöne Aussichtspunkte mitgenommen.
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Gemacht am 23.06.2019
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Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
leicht
Strecke
5,1 km
Dauer
1:39 h
Aufstieg
196 hm
Abstieg
196 hm
Rundtour aussichtsreich familienfreundlich kulturell / historisch geologische Highlights

Statistik

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